Die Einführung in die Respiratorische Neuromodulation bei Dissoziation vermittelt ein kompaktes, fachlich fundiertes Verständnis dieser Mechanismen und eröffnet einen klar strukturierten Zugang zu körperorientierten Interventionsformen.
Die Fortbildung unterscheidet zwischen zentralen und peripheren dissoziativen Prozessen und stellt deren neurophysiologische Grundlagen vor. Forschungsergebnisse der letzten Jahre (u.u8239?a. Herzog et al. 2025; Vesuna et al. 2020; Pick et al. 2026) bilden den wissenschaftlichen Rahmen.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Atem- und Körperarbeit als unmittelbare Zugänge zur Selbstregulation:
  • Einführung in Pranayama und autonome Reaktionsmuster
  • Atemtechniken zur Modulation zentraler Dissoziation (Intentionale Atem-Reflex-Hemmung)
  • Übungen zu Hyper- und Hypoventilation (Sighra Pranayama, Kapalabhati, Ujjayi, Nadi Shodhana)
  • Sensomotorische und achtsamkeitsbasierte Körperwahrnehmung
  • Praktische Sequenzen zur emotionalen Selbstregulation (Pratyahara)
Die Teilnehmenden arbeiten in Kleingruppen, erforschen eigene körperliche und emotionale Muster und reflektieren die Wirkung der Übungen auf das eigene Erleben. Kurzfristige Coping-Strategien zur Stabilisierung und Erdung werden ebenso vermittelt wie längerfristige Wege zur Integration und zur Wiederherstellung eines kohärenten Körpererlebens.
Die Einführung richtet sich an Fachkräfte, die in Beratung, Therapie oder pädagogischen Kontexten mit dissoziativen Phänomenen arbeiten. Ziel ist ein präzises, praxisrelevantes Verständnis sowie ein klar anwendbarer Werkzeugkasten, der die traumasensible Arbeit im Alltag unterstützt.
Einführung in die Respiratorische Neuromodulation bei Dissoziation
Dieser 90-minütige Vortrag gibt einen kompakten Überblick über die Respiratorische Neuromodulation bei Dissoziation. Vermittelt werden die neurophysiologischen Grundlagen zentraler und peripherer dissoziativer Prozesse sowie aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zu deren Entstehung und Regulation.
Im Fokus stehen die Bedeutung von Atmung, Körperwahrnehmung und autonomem Nervensystem für dissoziative Zustände. Vorgestellt werden theoretische Wirkmodelle körperorientierter Interventionen und deren Bedeutung für Stabilisierung, Selbstregulation und traumasensible Begleitung.
Der Vortrag richtet sich an Fachkräfte aus Therapie, Beratung und Pädagogik, die ihr Verständnis dissoziativer Phänomene um neurobiologische und körperorientierte Perspektiven erweitern möchten.
Der Curriculum Grundlagenteil umfasst 3 Blöcke mit je 3 Tagen.
Inhalt:
Block I
Tag 1 + Tag 2: Grundlagen und Geschichte der Psychotraumatologie
  • Ankommen
  • Thematisierung „Was passiert bei einer Traumatisierung?“
  • Wie sind dissoziative Symptome zu erkennen
  • Aufgabe als Berater*in erkennen
Tag 3: Neurobiologie und Körper
  • Wie sind Traumafolgestörungen zu verstehen?
  • Thematisierung der Frage „Heilt ein Trauma über Zeit?“
  • körperliche Reaktionen auf traumatische Erfahrungen
  • Was hilft bei einer Traumafolgestörung?
Block II
Tag 4: Stabilisierung und Ressourcenfindung
  • Was kann stabilisieren?
  • Was bringen traumatisierte Menschen mit?
  • Wie lassen sich innere Bilder nutzen?
  • Wie kommt man mit traumatisierten Menschen ins Hier und Jetzt?
Tag 5: Psychosoziale Arbeitsfelder
  • Was ist eigentlich Traumapädagogik?
  • Auf was muss ich in der Beratung achten?
  • Auf was muss die Einrichtung achten?
Tag 6: Trauma und Selbstsorge
  • Sekundäre und eigene Traumatisierungen
  • Mitgefühlserschöpfung
  • Reflexion eigener Persönlichkeitsentwicklung
  • Erkennen von Übertragung und Gegenübertragung
  • Achtsamkeit, Resilienz, Ressourcen, Salutogenese
Block III
Tag 7: Psychotraumatologie des Kindesalters
  • Warum Kinder „anders“ sind
  • Hilflose Kinder – hilflose Eltern
  • Praktische Umsetzung
  • Arbeit mit nachgelagerten Systemen
Tag 8: Krisenintervention
  • Konzepte akuter Belastung und Traumatisierung
  • Traumaverarbeitung und Einflussmöglichkeiten im Zeitverlauf
  • Mögliche frühe Risikoeinschätzung und Screening
  • Praktische Ansätze und Gefahren früher Intervention
Tag 9: Traumafolgen abseits von ICD11 und DSM5
  • Krisen- und Trauermodelle
  • Entstehung und Aufrechterhaltung „komplizierter“ Trauerverläufe
  • Beraterische Arbeit mit Schuld und Scham
  • Informationen zum Opferschutz
Umfang:
Je Unterrichtstag: 9 UEs
Insgesamt: 81 UEs
Traumafokussierte Psychotherapie zählt zu den wirksamsten Behandlungsverfahren der Posttraumatischen Belastungsstörung. Gleichzeitig besteht insbesondere bei Patient:innen, die Opfer von Straftaten wurden oder ein Strafverfahren erwägen, häufig die Sorge, therapeutische Interventionen könnten Erinnerungen verändern und dadurch die spätere Aussage beeinträchtigen. Der Vortrag beleuchtet dieses Spannungsfeld zwischen psychotherapeutischer Behandlung und aussagepsychologischen Anforderungen.
Ausgehend von aktuellen Erkenntnissen zur Funktionsweise autobiografischer
Erinnerungen werden Grundlagen der Gedächtnispsychologie (u. a. Rekonsolidierung, Source Monitoring, Fuzzy Trace Theory) sowie mögliche Mechanismen von Erinnerungsveränderungen dargestellt. Anschließend wird diskutiert, welche Bedeutung diese Erkenntnisse für traumafokussierte Verfahren wie Prolongierte Exposition, EMDR und Imagery Rescripting haben. Dabei werden sowohl aktuelle internationale Forschung als auch eigene experimentelle Studien vorgestellt, die den Einfluss traumafokussierter Interventionen auf die Erinnerungsgenauigkeit untersuchen.
Anhand praxisnaher Fallbeispiele werden schließlich konkrete Handlungsempfehlungen für den therapeutischen Alltag erarbeitet. Ziel ist es, evidenzbasierte Traumatherapie und forensische Sorgfalt miteinander zu verbinden und einen reflektierten Umgang mit Traumaerinnerungen in der klinischen Praxis zu fördern.
Lernziele
  • die Funktionsweise autobiografischer Erinnerungen und zentrale Mechanismen
  • von Erinnerungsveränderungen erläutern,
  • aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zum Einfluss traumafokussierter
  • Psychotherapie auf Erinnerungen kritisch einordnen,
  • therapeutische Risiken suggestiver Vorgehensweisen erkennen und vermeiden,
  • den rechtlichen und aussagepsychologischen Kontext traumatherapeutischer
  • Behandlungen berücksichtigen,
  • praktische Handlungsempfehlungen für den professionellen Umgang mit Traumaerinnerungen im klinischen Alltag anwenden.
Methoden
  • Fachvortrag mit aktueller Evidenz
  • Darstellung und Diskussion klinischer Fallbeispiele
  • Einordnung aktueller Forschungsergebnisse
  • Praxisorientierte Handlungsempfehlungen
  • Diskussion und Erfahrungsaustausch
Umfang: 9 UEs
Bitte melden Sie sich in diesem Kurs an, wenn Sie KEINEN eigenen Fall in der Supervision einbringen möchten.
Die Supervision ist nur für die Teilnehmenden des aktuellen Curriculums vorgesehen.
Umfang: 9 UEs
Bitte melden Sie sich in diesem Kurs an, wenn Sie einen eigenen Fall in der Supervision einbringen möchten.
Die Supervision ist nur für die Teilnehmenden des aktuellen Curriculums vorgesehen.
Die Gegenübertragung – das heißt alle Gefühle, Einstellungen, Fantasien etc., die unser Gegenüber in uns auslöst – erlaubt Aussagen über die verinnerlichten Beziehungsmuster unserer Patienten. Diese Funktion der Gegenübertragung ist seit dem Aufsatz von Paula Heimann mit dem Titel „On Counter-Transference“ (1950) bekannt.
Bei traumatisierten Menschen hat sie noch eine weitere Bedeutung: Durch die Gegenübertragung werden Aussagen über den Stand der Traumaverarbeitung möglich.
In dem Seminar werden Methoden vorgestellt, wie eine systematische Gegenübertragungsanalyse gezielt genutzt werden kann, um einerseits die therapeutische Beziehung entwicklungsfördernd zu gestalten und andererseits die Integrationsstufe von Traumata zu bestimmen. So lassen sich wirksame Interventionen ableiten.
Zielgruppe: PsychotherapeutInnen, BeraterInnen und Fachkräfte im psychosozialen Bereich.
Um 10:00 Uhr findet ein zusätzlicher Präsenzvortrag statt.
Beide Veranstaltungen ergänzen sich gut, können jedoch auch unabhängig besucht werden.
Vergünstigte Gebühr: Bei gemeinsamer Buchung beider Module (Vortrag um 10:00 und Workshop um 14:00) reduziert sich der Gesamtpreis auf € 174.- statt € 194.-.
Wird Gegenübertragung als Manifestation dessen definiert, was im Patienten nicht verarbeitet werden kann und sich im Therapeuten zeigt (vgl. Ermann, 2008), wird unmittelbar verständlich, dass der Umgang mit traumatisierten PatientInnen große Anforderungen an die Behandler stellt.
In dem Vortrag wird die Geschichte des Begriffs der Gegenübertragung nachgezeichnet. Unterschiedliche Formen der Gegenübertragung werden anhand entwicklungspsychologischer Konzepte differenziert. Es wird aufgezeigt, wie die Gegenübertragung genutzt werden kann, um den Stand im Trauma-Verarbeitungsprozess zu bestimmen. Zudem wird dargestellt, wie sich die therapeutische Beziehung entwicklungsfördernd gestalten lässt.
Zielgruppe: PsychotherapeutInnen, BeraterInnen und Fachkräfte im psychosozialen Bereich.
Um 14:00 Uhr findet ein zusätzlicher Workshop statt.
Beide Veranstaltungen ergänzen sich gut, können jedoch auch unabhängig besucht werden.
Vergünstigte Gebühr: Bei gemeinsamer Buchung beider Module (Vortrag um 10:00 und Workshop um 14:00) reduziert sich der Gesamtpreis auf € 174.- statt € 194.-.
Scham gehört zu den stillsten, aber zugleich wirkmächtigsten Emotionen in traumatischen Lebensgeschichten. Sie zeigt sich auf unterschiedliche Weise – bei Klient:innen ebenso wie bei uns als Begleiter:innen und Fachkräften: etwa in Rückzug, übermäßiger Selbstkritik, Vermeidung oder in leisen Sätzen, die lange nachhallen.
Gerade in der psychosozialen Arbeit beeinflusst Scham Beziehungsgestaltung, Kontakt und emotionale Regulation oft stärker, als uns bewusst ist.
In diesem 45-minütigen Onlineimpulsvortrag zu dem 1,5-tägigen Präsenzseminar „Schuld und Scham in Beratung und Begleitung“ erhalten Sie einen ersten Einblick in:
– die Entstehung und Dynamik von Scham im Kontext von Trauma
– typische Muster, die in Beratung und Therapie sichtbar werden
– die Bedeutung der eigenen Resonanz als Fachkraft
– erste, unmittelbar anwendbare Impulse für einen sicheren Umgang mit Schamgefühlen
Anhand praxisnaher Beispiele und konkreter Reflexionsanregungen lädt der Vortrag dazu ein, eigene Perspektiven zu erweitern und neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln und einen Ausblick auf das vertiefende 1,5-tägige Seminar am 30. & 31.10.26 zu gewinnen.
Dissoziative Anfälle und andere funktionelle Störungen gehören zu den häufigsten Krankheitsbildern in der klinischen Neurologie.
Dennoch werden sie oft verkannt, missverstanden und falsch behandelt. Die Zusammenführung psychotraumatologischer Konzepte und neuerer Erkenntnisse aus den kognitiven Neurowissenschaften ermöglichen einen ganzheitlichen Blick auf diese Störungen und ebnen den Weg zu einer transdisziplinären Versorgung.
Zielgruppe: Fachärzt*innen für Neurologie und Psychiatrie, Psychologische Psychotherapeut*innen, Traumatherapeut*innen, Neuropsycholog*innen, Ärzt*innen in Weiterbildung sowie weitere Berufsgruppen aus dem psychosozialen und medizinischen Bereich