Onlinevortrag + Diskussionsrunde
Manipulative und ausbeuterische Beziehungsanbahnungen beginnen nur selten mit offener Gewalt. Häufig entstehen sie zunächst durch Aufmerksamkeit, besondere Zuwendung, scheinbares Verstandenwerden und das Gefühl, „endlich gesehen“ zu sein. Gerade darin liegt ihre Gefährlichkeit: Was anfangs wie Nähe, Hilfe, Verliebtheit oder ein exklusives Vertrauensverhältnis erscheint, kann schrittweise in Kontrolle, Grenzverschiebung, emotionale Abhängigkeit, sexuelle Ausbeutung und massive Beschämung übergehen.
Der Vortrag beleuchtet unterschiedliche Erscheinungsformen solcher Dynamiken – darunter Cybergrooming, Lovebombing, Sextortion, Loverboy-Strategien sowie weitere Formen gezielter Manipulation im analogen und digitalen Raum. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Täter:innen Beziehungen aufbauen, Vertrauen gewinnen, Geheimhaltung fördern, Grenzen verschieben und Betroffene in Loyalitätskonflikte, Scham und Schweigen verwickeln. Dabei wird deutlich, dass solche Prozesse nicht ausschließlich online stattfinden, sondern ebenso in realen sozialen Kontexten – und dass digitale und analoge Gewaltformen häufig ineinandergreifen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der psychischen Dynamik von Beziehungstraumatisierung: Warum fällt es Betroffenen oft schwer, sich abzugrenzen, Hilfe zu holen oder das Geschehen als Übergriff zu erkennen? Weshalb schützen Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene mitunter gerade die Beziehung, die ihnen schadet? Und welche Rolle spielen Bindung, Ambivalenz, Angst, Schuld und Scham in diesen Prozessen?
Zielgruppe:
Interessierte, pädagogische Fachkräfte, beratend Tätige, Eltern sowie erwachsene Betroffene. Ziel ist es, manipulative Beziehungsmuster frühzeitiger zu erkennen, die innere Logik Betroffener besser zu verstehen und angemessen reagieren zu können – ohne vorschnelle Schuldzuweisungen, aber mit Klarheit, Schutz und Handlungssicherheit.
Neben der Einordnung der Phänomene werden auch Hinweise zum unterstützenden Umgang bei Verdacht sowie Informationen zu Beratungs- und Hilfsmöglichkeiten gegeben.











