Schuld und Scham prägen viele Beratungs- und Therapiesituationen oft sichtbar, manchmal verdeckt. Sie zeigen sich in Rückzug, Härte gegen sich selbst, Vermeidung oder in leisen Sätzen, die lange nachhallen.
Dieses Seminar vermittelt kompakt und fachlich fundiert, wie Schuld- und Schamerleben entstehen, wie sie sich im Kontext von Trauma zeigen und welche Dynamiken sie in der Beziehungsgestaltung auslösen können. Gleichzeitig berühren diese Emotionen auch uns als Fachkräfte in unserer Haltung, in unserer Resonanz und in unserer eigenen Geschichte.
Der Schwerpunkt liegt auf der praktischen Umsetzung im Arbeitsalltag:
Die Teilnehmenden arbeiten mit eigenen Fallbeispielen, erproben konkrete Interventionen und reflektieren ihre professionelle Haltung im Umgang mit Schuld- und Schamgefühlen. Selbst- und Co-Regulation werden dabei als zentrale Werkzeuge erfahrbar gemacht.
Im Mittelpunkt stehen:
– das Verstehen von Schuld- und Schamerleben
– die Bedeutung dieser Emotionen in traumatischen Kontexten
– die eigene Resonanz als Fachkraft
– konkrete Interventionen für die Arbeit mit Klient*innen
– Selbst- und Co-Regulation als tragende Basis
Methoden:
Fachliche Impulse, Selbsterfahrung, Kleingruppenarbeit, praktische Übungen, Fallpraxis und kollegiale Beratung.
Diese beiden Gefühle gehören seit der Vertreibung aus dem Paradies in vielen Facetten zum Menschsein. Vielleicht sind sie sogar besonders menschliche Gefühle. Gemeinsam ist ihnen, dass sie unseren Selbstwert betreffen und eine wichtige Rolle im Zusammenleben spielen. Beide sind so unangenehm und schmerzlich, dass wir sie uns möglichst nicht anmerken lassen wollen. Häufig sind sie Ursache von Widerstand, Verstrickungen und Übertragungen.
Scham hat mit unserem Selbstwert und unserer Integrität zu tun. Sie spielt eine wichtige Rolle beim Erlernen der Regeln einer Gemeinschaft und auch beim Schutz vor Gefahren. Das „Sich-schämen-Können“ ist uns innewohnend; wofür wir uns schämen, hängt jedoch von der Umgebung und der Kultur ab, in die wir hineingeboren wurden und in der wir leben.
Wer sich schämt, fühlt sich fehlerhaft, unwert oder ungeliebt und fürchtet, aus der Gemeinschaft „herauszufallen“. Man möchte „im Boden versinken“ oder versucht mit unterschiedlichen Strategien, dieses Gefühl abzuwehren.
Schuld hat mit dem Thema Gerechtigkeit und mit Ausgleich zu tun. Schuld entsteht durch eigenes Handeln oder durch die Verletzung von Normen.
In diesem Seminar möchte ich mich diesen mächtigen Gefühlen von verschiedenen Seiten nähern und sie gemeinsam mit Ihnen erkunden.
Wir werden:
– die positiven Seiten der Scham betrachten,
– verletzte Scham und Schamlosigkeit differenzieren,
– Scham in der Übertragung verstehen,
– den Einfluss von Scham auf Selbstwert und Zugehörigkeit beleuchten,
– Möglichkeiten erkunden, traumatische Scham konstruktiv aufzulösen,
– den Unterschied zwischen Schuld und Schuldgefühl klären,
– über Überlebensschuld sprechen,
– Wege aus der Schuld heraus erarbeiten.
Neben theoretischen Impulsen und praktischen Demonstrationen wird es Übungen sowie persönliche Arbeitssequenzen geben.
Umfang: 9 UEs
Bitte melden Sie sich in diesem Kurs an, wenn Sie einen eigenen Fall in der Supervision einbringen möchten.
Die Supervision ist nur für die Teilnehmenden des aktuellen Curriculums vorgesehen.
Umfang: 9 UEs
Bitte melden Sie sich in diesem Kurs an, wenn Sie KEINEN eigenen Fall in der Supervision einbringen möchten.
Die Supervision ist nur für die Teilnehmenden des aktuellen Curriculums vorgesehen.
Im Fokus dieses kunsttherapeutischen Gruppenangebots steht die Förderung von Ressourcen und stabilisierenden Faktoren, es wird nicht traumakonfrontativ gearbeitet.
Das künstlerische Tun, teils auch durch Mini-Imaginationen unterstützt, bietet hier die Möglichkeit auf spielerische Weise verschüttet geglaubte Ressourcen zu aktivieren
wie auch neue Kompetenzen zu entwickeln. Die Fähigkeit zur Selbstberuhigung, Konzentration und Stressbewältigung wird dabei gestärkt.
Im Gestaltungsprozess mit Farbe oder anderen Materialien können innere Blockaden überwunden werden und die Freude an der eigenen Kreativität wieder neu entdeckt werden.
Die Erfahrung eigener schöpferischer Kräfte ermöglicht das Erleben von neuer Handlungsfähigkeit und stärkt Mut und Vertrauen in der Gestaltung des eigenen Lebens.
So können das Identitätsgefühl, die innere Sicherheit, Autonomie und Selbstwert verbessert werden.
Für dieses Angebot sind keine Vorkenntnisse nötig. Die Freude an der eigenen Schaffenskraft steht im Mittelpunkt.
Materialien stehen zur Verfügung.
Der Informationstermin findet am 17.03. telefonisch statt.
Dieser Kurs baut auf der Einführung in die Grundlagen des potenzialfokussierten Brainspottings auf. Er beginnt mit einem kurzen Rückblick sowie der Reflexion der bisherigen Erfahrungen der Teilnehmer:innen. Im weiteren Verlauf werden zusätzliche spezifische Zugangsmöglichkeiten zu einem Brainspot vermittelt, live demonstriert und anschließend in Zweiergruppen praktisch geübt. Neben der Wiederholung bereits gehörter und erlernter Inhalte werden vertiefende neurobiologische Erklärungen zur Wirksamkeit des potenzialfokussierten Brainspottings vermittelt. Im Zentrum steht dabei stets die Beachtung der Selbstregulationskräfte des Gehirns als selbstreferenzielles, selbstregulatives, nicht-lineares und komplexes System. Darüber hinaus werden weitere Zugangswege („Accesses“) zu begeisterungs- und/oder traumabezogenem Belastungsmaterial vorgestellt.
Besonders für die Arbeit mit Klient:innen mit sehr komplexer PTBS sowie mit Personen, die sich außerhalb des Toleranzfensters befinden, ist die Vermittlung von Kombinationsmöglichkeiten aller bisher erlernten Zugangswege von großer Bedeutung.
Zielgruppe
  • Angesprochen sind:
  • Psychotherapeut:innen mit Approbation
  • Ärzt:innen
  • Heilpraktiker:innen mit mindestens dreijähriger psychotherapeutischer Ausbildung bzw. mit staatlicher Erlaubnis zur Ausübung von Psychotherapie
  • Ergo-, Kunst- und Musiktherapeut:innen
  • Nach Rücksprache auch Personen,die in anderen beruflichen Feldern mit traumatisierten Menschen arbeiten oder an eigener Potenzialentfaltung interessiert sind
Gebühren
  • Frühbucherrabatt: 395,- €
  • Bis zwei Monate vor Seminarbeginn: 425,- €
  • Last-Minute-Anmeldung (bis zwei Wochen vor Seminarbeginn): 455,- €
Das von David Grand 2003 zufällig entdeckte „konventionelle“ Brainspotting (BSP) als Weiterentwicklung von EMDR wurde inzwischen nochmals weiterentwickelt und um den Aspekt der Potenzialentfaltung ergänzt.
Bereits Abraham Maslow beschäftigte sich in den 1970er-Jahren im Rahmen seiner Bedürfnispyramide mit dem Aspekt der Selbstverwirklichung. Lichtenberg (1988) beschrieb ein hierarchisch aufgebautes Motivsystem, das durch Traumatisierungserfahrungen beschädigt werden kann. Wolf Büntig, Gründer und Leiter der ZIST-Akademie, entwickelte und praktizierte die sogenannte potenzialorientierte Psychotherapie als Variante der Humanistischen Psychotherapie.
Der Neurobiologe und Hirnforscher Gerald Hüther veröffentlichte 2011 einen „neurobiologischen Mutmacher“, in dem er darlegt, dass die meisten Menschen weit unter ihren Möglichkeiten leben. Er beschreibt, wie neue Erfahrungen und Entdeckungen, die mit Erstaunen und Begeisterung einhergehen, die Ausschüttung von Dopamin bewirken. In einem Vortrag formulierte er prägnant, dass „Begeisterung Dünger für das Hirn“ sei, da Dopamin für verbesserte neuronale Verschaltungen sorgt und eine zentrale Rolle bei Motivationsentwicklung, Bewegung, Belohnung und dem Erleben von Glück spielt.
All diese Erkenntnisse macht sich das Team von Brainspotting-Germany zunutze, um über die Körperebene – als vermutlich tiefste Ebene subjektiver Wahrheit – sowohl Möglichkeiten der Potenzialentfaltung durch erlebte Begeisterungserfahrungen als auch unverarbeitete traumatische Lebenserfahrungen einer Veränderung zuzuführen. Dieses Vorgehen unterstützt als eines der am wenigsten kognitiv orientierten Verfahren mithilfe visueller Fokussierung die Selbstregulationsfähigkeiten unseres Stressverarbeitungssystems. Das Gehirn als selbstreferenzielles, selbstregulatives, nicht-lineares und komplexes System ist hierzu grundsätzlich in der Lage – sofern man es lässt und Therapeut:innen die entsprechenden Rahmenbedingungen herstellen können. Dementsprechend handelt es sich bei Brainspotting weniger um eine Technik als vielmehr um eine besondere therapeutische Haltung. BSP unterscheidet sich damit wesentlich von manualisierten und primär kognitiv ausgerichteten Therapieverfahren.
Soweit es die Zeit erlaubt, finden Live-Demonstrationen unter geschützten Realbedingungen zu den jeweiligen Zugangsmöglichkeiten statt. Darauf folgen ein persönliches sowie ein technisches Debriefing. Die Teilnehmenden haben anschließend die Möglichkeit, in Zweiergruppen das Gesehene und Gelernte unter Anleitung selbst zu erproben, die Wirkungsweise des potenzialfokussierten Brainspottings zu erleben und sich darüber auszutauschen.
Über einen sogenannten Brainspot wird jene relevante Blickorientierung gesucht und gefunden, die bei der Aktivierung begeisternder und/oder belastender Erfahrungen mit der stärksten körperlichen Reaktion der Klient:innen einhergeht. Dies lässt Rückschlüsse auf die Aktivierung stress- bzw. traumaassoziierter Hirnprozesse zu. Im Sinne einer Aufmerksamkeitsverschiebung unterstützt die fokussierte Augenposition den Abruf begeisterungs- und belastungsrelevanter Gedächtnisinhalte und fördert eine verbesserte Selbstregulation.
Zielgruppe
  • Psychotherapeut:innen mit Approbation
  • Ärzt:innen
  • Heilpraktiker:innen mit mindestens dreijähriger psychotherapeutischer Ausbildungbzw. mit staatlicher Erlaubnis zur Ausübung von Psychotherapie
  • Ergo-, Kunst- und Musiktherapeut:innen
  • Nach Rücksprache auch Personen,die in anderen beruflichen Feldern mit traumatisierten Menschen arbeitenoder an eigener Potenzialentfaltung interessiert sind
Gebühren
  • Frühbucherrabatt: 375,- €
  • Bis zwei Monate vor Seminarbeginn: 405,- €
  • Last-Minute-Anmeldung (bis zwei Wochen vor Seminarbeginn): 435,- €
Anmeldung
Die Anmeldung erfolgt über die Webseiten
www.brainspotting-germany.de
oder www.thzm.de
Das zweitägige Seminar widmet sich dem vertieften Verständnis narzisstischer Dynamiken im psychotherapeutischen Kontext – sowohl aus der Perspektive von Patient:innen mit narzisstischen Charakterzügen als auch aus der Perspektive der Interaktionspartner:innen, die sich bewusst oder unbewusst in narzisstische Missbrauchs- oder Anpassungsdynamiken verstrickt haben oder hatten.
Im Mittelpunkt steht der professionelle Umgang mit narzisstischer Ego-Regulation sowie mit komplementär narzisstischen Anpassungsstrategien auf Seiten der Patient:innen wie auch der Therapeut:innen. Ziel ist es, ungesunde, rein regulierende psychodynamische Beziehungsgestaltungen frühzeitig zu erkennen und Wege zu entwickeln, wie daraus nachhaltige Entwicklungs- und Wachstumsprozesse entstehen können – für Patient:innen ebenso wie für Behandler:innen in ihrer therapeutischen Kompetenz.
Ein besonderer Fokus liegt auf der bewussten Arbeit mit Übertragung und Gegenübertragung. Typische Fallstricke wie narzisstische Tests, narzisstische Reaktanz oder scheinbar hilfreiche Strategien wie „es nicht persönlich nehmen werden kritisch beleuchtet und in eine reflektierte Metaperspektive überführt. Die Teilnehmenden lernen, Interaktionen differenziert auf der Spielebene und der Motivebene zu analysieren sowie das Funktionsniveau und die Selbststruktur bei der inneren Organisation des Selbst systematisch mitzudenken.
Auf dieser Grundlage wird nachvollziehbar, wie ein innerlich desorganisiertes Selbst, das primär über narzisstische Regulation funktioniert und andere als Selbstobjekte nutzt, schrittweise zu einer stabileren, reiferen Selbstorganisation finden kann. Die therapeutische Beziehung wird dabei als zentrale Quelle von Nachreifung und Erneuerung verstanden, an der unreife, narzisstische und ko-narzisstisch-dependente Strukturen sich weiterentwickeln können.
Ergänzend werden aktuelle evidenzbasierte Forschungsergebnisse zu narzisstischen Eigenschaften einbezogen, insbesondere zu grandiosem, vulnerablem und kommunalem Narzissmus. Frühe Bindungstraumata, genetische Faktoren und biografische Schlüsselereignisse werden als entscheidende Weichensteller in der Persönlichkeitsentwicklung beleuchtet. Ein dynamisches Verständnis narzisstischer Eigenschaften wird vermittelt, wonach dieselben Merkmale – abhängig von ihrem Ausprägungsgrad – sowohl funktional als auch dysfunktional wirken können.
Zielgruppe:
Psychologische Psychotherapeut:innen
Ärztliche Psychotherapeut:innen
Psychiater:innen
Therapeutisch tätige Fachpersonen mit tiefenpsychologischem, psychodynamischem oder integrativem Schwerpunkt
Fortgeschrittene in Ausbildung (nach Absprache)
Das THZM lädt erfahrene Psychotherapeut*innen, die auf dem Gebiet der Psychotraumatologie tätig sind, zur Teilnahme an einer fortgeschrittenen Online-Supervision mit Dr. Jan Gysi ein. Diese Supervision bietet eine professionelle Plattform für den Austausch von Wissen, die Diskussion von Fallstudien und die Weiterentwicklung klinischer Fähigkeiten im Umgang mit komplexen Traumafolgestörungen.
Die Supervisionsveranstaltungen werden online über Zoom abgehalten. Jede Gruppensupervision dauert von 14.00 bis 17.15h, inkl. 15 Minuten Pause.
Sie besteht aus einer Kombination von Fallvorstellungen, theoretischen Inputs und Diskussionen. Jeweils 4 Personen können einen eigenen anonymisierten Fall vorstellen.
Weitere Fachpersonen sind eingeladen, bei den Supervisionen zuzuhören und bei Bedarf Fragen zu stellen.
Das THZM lädt erfahrene Psychotherapeut*innen, die auf dem Gebiet der Psychotraumatologie tätig sind, zur Teilnahme an einer fortgeschrittenen Online-Supervision mit Dr. Jan Gysi ein. Diese Supervision bietet eine professionelle Plattform für den Austausch von Wissen, die Diskussion von Fallstudien und die Weiterentwicklung klinischer Fähigkeiten im Umgang mit komplexen Traumafolgestörungen.
Die Supervisionsveranstaltungen werden online über Zoom abgehalten. Jede Gruppensupervision dauert von 14.00 bis 17.15h, inkl. 15 Minuten Pause.
Sie besteht aus einer Kombination von Fallvorstellungen, theoretischen Inputs und Diskussionen. Jeweils 4 Personen können einen eigenen anonymisierten Fall vorstellen.
Weitere Fachpersonen sind eingeladen, bei den Supervisionen zuzuhören und bei Bedarf Fragen zu stellen.