Nach belastenden Erfahrungen reagiert das Nervensystem oft mit Anspannung, Übererregung oder Rückzug. Therapeutisches Boxen nutzt gezielte körperliche Übungen, um Selbstwahrnehmung, Selbstregulation und Handlungskompetenz zu fördern. In diesem Impulsvortrag erhalten Sie einen Einblick in die Zusammenhänge von Trauma, Nervensystem und Körperarbeit und lernen die Grundprinzipien des therapeutischen Boxens kennen. Wer erfahren möchte, wie sich diese Ansätze in der Praxis anfühlen und einsetzen lassen, hat im Präsenzseminar am 09.04.2027 die Möglichkeit, die Methoden selbst zu erleben und auszuprobieren.
Hunde sind immer wieder in der psychotherapeutischen Praxis anzutreffen, ganz real, ganz lebendig, manchmal der Not geschuldet…Was liegt näher, sie in den psychotherapeutischen Prozess mit einzubeziehen?
In diesem Vortrag geht es um einen knappen Überblick über die Geschichte der hundegestützten Intervention im therapeutischen Kontext, die Abgrenzung der Begriffe von Therapiehund und Assistenzhund und um die Ziele von hundegestützter Psychotherapie. Was sind mögliche Wirkfaktoren in der Arbeit mit Hunden in der Psychotherapie? Und was verändert sich, wenn ein Hund mit in die Therapie kommt?
Auf der Basis einer eher übersichtlichen RCT-Studienlage werden verschiedene Theorien vorgestellt und kurz angerissen. Es besteht am Ende Gelegenheit, Fragen zu stellen.
EINFÜHRUNG IN DIE PSYCHODYNAMISCHE – IMAGINATIVE – TRAUMATHERAPIE ®
Dieser 90-minütige Vortrag gibt einen ersten Einblick in die mitgefühlsbasierte, würdeorientierte Arbeit in der PITT ®
In der PITT -Psychodynamisch imaginative Traumatherapie- wird ein von Würdeorientierung, Mitgefühl und Ressourcenorientierung geprägtes Menschenbild zu Grunde gelegt. Die Fähigkeit des/der Therapeut*in zur eigenen Selbstfürsorge ist Grundlage dafür, den Patient*innen hilfreiche Distanzierungsübungen, Selbstmitgefühlsübungen und Trost zu vermitteln. Die Versorgung jüngerer, verletzter Selbstanteile auf der inneren Bühne, also im imaginären Raum hilft, Blockierungen aufzuspüren, zu be- und verarbeiten und dadurch wieder im Hier und Jetzt handlungsfähig zu werden. Die stete Differenzierung des „Dort und Damals“ gegenüber dem „Hier und Jetzt“ ermöglicht, die eigene Selbstwirksamkeit zu erfahren und einzuüben und dadurch vergangene (traumatische) Erfahrung zu bewältigen. Dabei wird achtsames Wahrnehmen des Körpers angeregt, beziehungsweise solange dies noch zu phobisch besetzt ist, durch die Therapeut*in übernommen und mentalisiert. Durch die Arbeit auf der inneren Bühne und gleichzeitige Gestaltung der therapeutischen Arbeit in der Realisierung des „Hier und Jetzt“ ermöglicht die Erfahrung, dass jeweilige Körpererleben und die Alltagsrealität einzuordnen.
In dem Vortrag soll Kolleg*innen, die grundsätzliche Kenntnisse über Psychotraumatologie haben, ein Therapieverfahren konkret vorgestellt werden, dass sich für die Behandlung (komplex) traumatisierter Patient*innen sehr gut eignet und mittels einer hilfreichen Beziehung die Selbstbeziehung und Selbstberuhigungsfähigkeit betont und durch Imagination übt und fördert. „Mitgefühl und Trost, aber auch Anerkenntnis des geschehenen Unrechts, werden im Umgang des Erwachsenen selbst mit „jüngeren“ – verletzten – Selbstanteilen stark betont und geübt. (Zitat: Homepage von Frau Prof. Dr. Luise Reddemann, abgerufen am 30.7.2026).
Der Vortrag richtet sich an Fachkräfte der Psychotherapie, Beratung und Pädagogik, die sich über die Methode informieren möchten. Es wird das Vorgehen und die Methodik vorgestellt. Er ist auch eine Möglichkeit, die Dozentin kennenzulernen, um sich ggfs. für die Fortbildung Curriculum Traumatherapie PITT zu entscheiden.
Einführung in die Respiratorische Neuromodulation bei Dissoziation
Dieser 90-minütige Vortrag gibt einen kompakten Überblick über die Respiratorische Neuromodulation bei Dissoziation. Vermittelt werden die neurophysiologischen Grundlagen zentraler und peripherer dissoziativer Prozesse sowie aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zu deren Entstehung und Regulation.
Im Fokus stehen die Bedeutung von Atmung, Körperwahrnehmung und autonomem Nervensystem für dissoziative Zustände. Vorgestellt werden theoretische Wirkmodelle körperorientierter Interventionen und deren Bedeutung für Stabilisierung, Selbstregulation und traumasensible Begleitung.
Der Vortrag richtet sich an Fachkräfte aus Therapie, Beratung und Pädagogik, die ihr Verständnis dissoziativer Phänomene um neurobiologische und körperorientierte Perspektiven erweitern möchten.
Traumafokussierte Psychotherapie zählt zu den wirksamsten Behandlungsverfahren der Posttraumatischen Belastungsstörung. Gleichzeitig besteht insbesondere bei Patient:innen, die Opfer von Straftaten wurden oder ein Strafverfahren erwägen, häufig die Sorge, therapeutische Interventionen könnten Erinnerungen verändern und dadurch die spätere Aussage beeinträchtigen. Der Vortrag beleuchtet dieses Spannungsfeld zwischen psychotherapeutischer Behandlung und aussagepsychologischen Anforderungen.
Ausgehend von aktuellen Erkenntnissen zur Funktionsweise autobiografischer
Erinnerungen werden Grundlagen der Gedächtnispsychologie (u. a. Rekonsolidierung, Source Monitoring, Fuzzy Trace Theory) sowie mögliche Mechanismen von Erinnerungsveränderungen dargestellt. Anschließend wird diskutiert, welche Bedeutung diese Erkenntnisse für traumafokussierte Verfahren wie Prolongierte Exposition, EMDR und Imagery Rescripting haben. Dabei werden sowohl aktuelle internationale Forschung als auch eigene experimentelle Studien vorgestellt, die den Einfluss traumafokussierter Interventionen auf die Erinnerungsgenauigkeit untersuchen.
Anhand praxisnaher Fallbeispiele werden schließlich konkrete Handlungsempfehlungen für den therapeutischen Alltag erarbeitet. Ziel ist es, evidenzbasierte Traumatherapie und forensische Sorgfalt miteinander zu verbinden und einen reflektierten Umgang mit Traumaerinnerungen in der klinischen Praxis zu fördern.
Lernziele
- die Funktionsweise autobiografischer Erinnerungen und zentrale Mechanismen
- von Erinnerungsveränderungen erläutern,
- aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zum Einfluss traumafokussierter
- Psychotherapie auf Erinnerungen kritisch einordnen,
- therapeutische Risiken suggestiver Vorgehensweisen erkennen und vermeiden,
- den rechtlichen und aussagepsychologischen Kontext traumatherapeutischer
- Behandlungen berücksichtigen,
- praktische Handlungsempfehlungen für den professionellen Umgang mit Traumaerinnerungen im klinischen Alltag anwenden.
Methoden
- Fachvortrag mit aktueller Evidenz
- Darstellung und Diskussion klinischer Fallbeispiele
- Einordnung aktueller Forschungsergebnisse
- Praxisorientierte Handlungsempfehlungen
- Diskussion und Erfahrungsaustausch
Wird Gegenübertragung als Manifestation dessen definiert, was im Patienten nicht verarbeitet werden kann und sich im Therapeuten zeigt (vgl. Ermann, 2008), wird unmittelbar verständlich, dass der Umgang mit traumatisierten PatientInnen große Anforderungen an die Behandler stellt.
In dem Vortrag wird die Geschichte des Begriffs der Gegenübertragung nachgezeichnet. Unterschiedliche Formen der Gegenübertragung werden anhand entwicklungspsychologischer Konzepte differenziert. Es wird aufgezeigt, wie die Gegenübertragung genutzt werden kann, um den Stand im Trauma-Verarbeitungsprozess zu bestimmen. Zudem wird dargestellt, wie sich die therapeutische Beziehung entwicklungsfördernd gestalten lässt.
Zielgruppe: PsychotherapeutInnen, BeraterInnen und Fachkräfte im psychosozialen Bereich.
Um 14:00 Uhr findet ein zusätzlicher Workshop statt.
Beide Veranstaltungen ergänzen sich gut, können jedoch auch unabhängig besucht werden.
Vergünstigte Gebühr: Bei gemeinsamer Buchung beider Module (Vortrag um 10:00 und Workshop um 14:00) reduziert sich der Gesamtpreis auf € 174.- statt € 194.-.
Dissoziative Anfälle und andere funktionelle Störungen gehören zu den häufigsten Krankheitsbildern in der klinischen Neurologie.
Dennoch werden sie oft verkannt, missverstanden und falsch behandelt. Die Zusammenführung psychotraumatologischer Konzepte und neuerer Erkenntnisse aus den kognitiven Neurowissenschaften ermöglichen einen ganzheitlichen Blick auf diese Störungen und ebnen den Weg zu einer transdisziplinären Versorgung.
Zielgruppe: Fachärzt*innen für Neurologie und Psychiatrie, Psychologische Psychotherapeut*innen, Traumatherapeut*innen, Neuropsycholog*innen, Ärzt*innen in Weiterbildung sowie weitere Berufsgruppen aus dem psychosozialen und medizinischen Bereich
Bindungstraumatisierung ist keine Diagnose im Sinne der klassischen Diagnosesysteme (ICD, DSM). Dennoch kann sie weitreichende Folgen auf die Beziehungsgestaltung sowie auf die körperliche und psychische Gesundheit haben.
In diesem Vortrag wollen wir zunächst grundsätzlich klären, was unter Bindungstraumatisierung verstanden wird. Dabei nähern wir uns dem Thema aus einer nervensystemischen Perspektive an.
Darüber hinaus soll eine Idee vermittelt werden, warum es hilfreich sein kann, Bindungstraumatisierung auch im Kontext von Diagnosen zu berücksichtigen, die auf den ersten Blick nicht unmittelbar mit Trauma assoziiert werden – wie z. B. Depressionen oder chronische Entzündungsprozesse.
Der Vortrag bietet einen ersten Überblick über dieses Thema und richtet sich an alle Interessierten.
Mitschnitte sowie das Verbreiten von Inhalten sind urheberrechtlich untersagt.
Dieser Vortrag soll einen kurzen Einblick geben, wie unser Körper auf ein traumatisches Ereignis reagiert.
Unter Einbezug der Polyvagaltheorie von Stephen Porges und des Stresstoleranzfensters von Daniel Siegel ist es möglich, diesen körperlichen Ausnahmezustand nach traumatischen Erfahrungen besser zu verstehen.
Wie reagiert der Körper auf Traumatisierung? Weshalb gerät jemand nach einer Traumatisierung immer wieder in diese Ausnahmezustände? Und was bedeutet diese körperliche Regulationsstörung für die zukünftige Kontakt- und Beziehungsgestaltung traumatisierter Menschen?
Aus dieser eher körperpsychotherapeutischen sowie beziehungsorientierten Perspektive lassen sich therapeutische Implikationen für die praktische Arbeit ableiten, die ich in diesem Vortrag mit Ihnen teilen möchte.
Zielgruppe:
Vorrangig Menschen, die im sozialen Bereich tätig sind (Beraterinnen, Therapeutinnen, Sozialpädagog*innen), aber auch andere Interessierte.
Mitschnitte sowie das Verbreiten von Inhalten sind urheberrechtlich untersagt.
In Beziehung kommen mit beziehungstraumatisierten Jugendlichen
Psychotherapie mit früh und komplex traumatisierten Jugendlichen stellt für Therapeutinnen und Therapeuten sowie für Bezugspersonen eine besondere Herausforderung dar.
Die Betroffenen leiden in der Regel unter schweren Bindungsstörungen als Folge ihrer frühen Beziehungstraumatisierungen. Während sich manche Kinder noch scheinbar symptomfrei an ungünstige Lebensbedingungen anpassen, manifestieren sich spätestens im Jugendalter – nach dem „Bröckeln der Abwehr“ – vielfältige Traumafolgesymptome.
Der therapeutische Ansatz basiert auf der personzentrierten therapeutischen Haltung, insbesondere auf Wertschätzung, Empathie und Authentizität.
Ergänzt wird er durch Erkenntnisse aus der Bindungsforschung, etwa durch das Angebot und die Aufrechterhaltung von Beziehung sowie die Ermöglichung von Nachentwicklung. Hinzu kommen neurowissenschaftliche Erkenntnisse, beispielsweise zur Neurobiologie früher Stressverarbeitung und zur Psychoedukation, sowie anerkannte traumatherapeutische Grundsätze und Methoden.
Dazu zählen insbesondere die Gewährleistung von Sicherheit, die Aktivierung von Ressourcen, der Umgang mit traumabedingten Symptomen und schonende Trauma-Interventionen.
Dieser Ansatz kann in einem vertiefendem Seminar mit integriertem Supervisionsteil erlernt werden.
In dem eineinhalbstündigen Online-Vortrag am 08.10.2026 wird zum einen ein Einblick in die Befindlichkeit dieser Jugendlichen vermittelt. Zum anderen werden, ausgehend davon, wesentliche Bausteine für einen tragfähigen Beziehungsaufbau sowie für eine längerfristige therapeutische Begleitung aufgezeigt.
Zielgruppe:
Kinder- und Jugendlichen-Therapeut:innen aller Therapierichtungen, Mitarbeiter:innen sozialer Einrichtungen wie Beratungsstellen, öffentliche Erziehungseinrichtungen, z.T. auch Ergotherapeut:innen
Literatur:
Heidi Zorzi: „Psychotherapie mit komplex traumatisierten Jugendlichen – Ein integrativer Ansatz für die Praxis“
Klett-Cotta, 2019
Für diesen Vortrag werden Fortbildungspunkte beantragt.











