Psychotherapie mit komplex traumatisierten Jugendlichen
Onlinevortrag
In Beziehung kommen mit beziehungstraumatisierten Jugendlichen
Psychotherapie mit früh und komplex traumatisierten Jugendlichen stellt für Therapeutinnen und Therapeuten sowie für Bezugspersonen eine besondere Herausforderung dar.
Die Betroffenen leiden in der Regel unter schweren Bindungsstörungen als Folge ihrer frühen Beziehungstraumatisierungen. Während sich manche Kinder noch scheinbar symptomfrei an ungünstige Lebensbedingungen anpassen, manifestieren sich spätestens im Jugendalter - nach dem „Bröckeln der Abwehr" - vielfältige Traumafolgesymptome.
Der therapeutische Ansatz basiert auf der personzentrierten therapeutischen Haltung, insbesondere auf Wertschätzung, Empathie und Authentizität.
Ergänzt wird er durch Erkenntnisse aus der Bindungsforschung, etwa durch das Angebot und die Aufrechterhaltung von Beziehung sowie die Ermöglichung von Nachentwicklung. Hinzu kommen neurowissenschaftliche Erkenntnisse, beispielsweise zur Neurobiologie früher Stressverarbeitung und zur Psychoedukation, sowie anerkannte traumatherapeutische Grundsätze und Methoden.
Dazu zählen insbesondere die Gewährleistung von Sicherheit, die Aktivierung von Ressourcen, der Umgang mit traumabedingten Symptomen und schonende Trauma-Interventionen.
Dieser Ansatz kann in einem vertiefendem Seminar mit integriertem Supervisionsteil erlernt werden.
In dem eineinhalbstündigen Online-Vortrag am 08.10.2026 wird zum einen ein Einblick in die Befindlichkeit dieser Jugendlichen vermittelt. Zum anderen werden, ausgehend davon, wesentliche Bausteine für einen tragfähigen Beziehungsaufbau sowie für eine längerfristige therapeutische Begleitung aufgezeigt.
Zielgruppe:
Kinder- und Jugendlichen-Therapeut:innen aller Therapierichtungen, Mitarbeiter:innen sozialer Einrichtungen wie Beratungsstellen, öffentliche Erziehungseinrichtungen, z.T. auch Ergotherapeut:innen
Literatur:
Heidi Zorzi: „Psychotherapie mit komplex traumatisierten Jugendlichen - Ein integrativer Ansatz für die Praxis"
Klett-Cotta, 2019
Für diesen Vortrag werden Fortbildungspunkte beantragt.
Dipl.- Psych. Heidi Zorzi
Heidi Zorzi ist Diplom-Psychologin, verheiratet, Mutter von vier erwachsenen Kindern und Großmutter von fünf Enkelkindern. Sie lebt und arbeitet in Regensburg. Nach ihrer Ausbildung in Personzentrierter Spieltherapie bei Dr. Schlippe-Weinberger Mitte der 1990er Jahre und einer Zusatzausbildung im Richtlinienverfahren Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie war sie von 1996 bis Ende 2023 als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin (tiefenpsychologisch fundiert) in eigener Praxis tätig. Seit 2005 ist sie als Dozentin an verschiedenen Ausbildungsinstituten im Bereich Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie tätig, seit 2015 zudem als Supervisorin mit dem Schwerpunkt Traumatisierungen im Kindes- und Jugendalter. Prägende fachliche Impulse erhielt sie insbesondere durch die traumabezogene Arbeit von Dorothea Weinberg, deren Ansatz sie mit personzentrierter Spieltherapie und tiefenpsychologischer Psychotherapie verband. Daraus entwickelte sich ihr besonderer Schwerpunkt in der Arbeit mit komplex traumatisierten Jugendlichen. Ihre langjährigen Erfahrungen flossen auch in ihr Fachbuch Psychotherapie mit komplex traumatisierten Jugendlichen (Psychotherapie mit komplex traumatisierten Jugendlichen, Klett-Cotta, 2019) ein. Bis heute gibt sie ihr Wissen und ihre umfangreichen praktischen Erfahrungen mit großer Freude an Kolleginnen und Kollegen weiter.
Termin
Do, 08.10.2026, 18:00 – 19:30 Uhr
Online-Angebot
Gebühr: 49,00 €
Zielgruppe
Fachleute


