Umgang mit Erinnerungen in der Traumatherapie - Zwischen therapeutischer Hilfe und forensischer Verantwortung
Traumafokussierte Psychotherapie zählt zu den wirksamsten Behandlungsverfahren der Posttraumatischen Belastungsstörung. Gleichzeitig besteht insbesondere bei Patient:innen, die Opfer von Straftaten wurden oder ein Strafverfahren erwägen, häufig die Sorge, therapeutische Interventionen könnten Erinnerungen verändern und dadurch die spätere Aussage beeinträchtigen. Der Vortrag beleuchtet dieses Spannungsfeld zwischen psychotherapeutischer Behandlung und aussagepsychologischen Anforderungen.
Ausgehend von aktuellen Erkenntnissen zur Funktionsweise autobiografischer
Erinnerungen werden Grundlagen der Gedächtnispsychologie (u. a. Rekonsolidierung, Source Monitoring, Fuzzy Trace Theory) sowie mögliche Mechanismen von Erinnerungsveränderungen dargestellt. Anschließend wird diskutiert, welche Bedeutung diese Erkenntnisse für traumafokussierte Verfahren wie Prolongierte Exposition, EMDR und Imagery Rescripting haben. Dabei werden sowohl aktuelle internationale Forschung als auch eigene experimentelle Studien vorgestellt, die den Einfluss traumafokussierter Interventionen auf die Erinnerungsgenauigkeit untersuchen.
Anhand praxisnaher Fallbeispiele werden schließlich konkrete Handlungsempfehlungen für den therapeutischen Alltag erarbeitet. Ziel ist es, evidenzbasierte Traumatherapie und forensische Sorgfalt miteinander zu verbinden und einen reflektierten Umgang mit Traumaerinnerungen in der klinischen Praxis zu fördern.
Lernziele
- die Funktionsweise autobiografischer Erinnerungen und zentrale Mechanismen
- von Erinnerungsveränderungen erläutern,
- aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zum Einfluss traumafokussierter
- Psychotherapie auf Erinnerungen kritisch einordnen,
- therapeutische Risiken suggestiver Vorgehensweisen erkennen und vermeiden,
- den rechtlichen und aussagepsychologischen Kontext traumatherapeutischer
- Behandlungen berücksichtigen,
- praktische Handlungsempfehlungen für den professionellen Umgang mit Traumaerinnerungen im klinischen Alltag anwenden.
Methoden
- Fachvortrag mit aktueller Evidenz
- Darstellung und Diskussion klinischer Fallbeispiele
- Einordnung aktueller Forschungsergebnisse
- Praxisorientierte Handlungsempfehlungen
- Diskussion und Erfahrungsaustausch
PD Dr. rer. nat. Larissa Wolkenstein
Termin
Do, 19.11.2026, 18:00 – 19:30 Uhr
Online-Angebot
Gebühr: 49,00 €
Ermäßigte Gebühr für Mitglieder: 46,00 €
Unterstützer*innenpreis: 59,00 €
Der Unterstützer*innenpreis ist ein freiwilliger Mehrbetrag, der zur Weiterentwicklung und Durchführung unseres Angebots beiträgt.
Unterstützer*innenpreis: 59,00 €
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Zielgruppe
Approbierte Pyschotherapeut:innen, Fachleute, Sozialarbeiter*innen



